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Aus Funden in und um das Gebäude, die sich heute im Museum in Budapest befinden, wird die erste Baustufe knapp nach 1100 n. Chr. datiert. Bereits 1551 wird die Nikolauszeche urkundlich erwähnt. Es war eine geistliche Zeche, die zur Pfarrkirche Purbach gehörte und dem Kirchenpatron St. Nikolaus – dem Schutzpatron der Fischer – geweiht war. Im Volksmund wird das Gebäude auch als „Bethaus“ oder „Kloster“ bezeichnet. Vermutlich war es ein Paulinerkloster, dessen Mönche die Seelsorge in Purbach besorgten.

Im Ort hört man immer wieder von einem unterirdischen Verbindungsgang als Fluchtweg von der Zeche zum „Kloster am Spitz“. So, wie der älteste Teil des Gebäudes angelegt ist, hat es sich um ein kleines Weingut und Kellerhaus des nahe gelegenen „Klosters am Spitz“ gehandelt.
Von der alten Presse wurde der Traubensaft durch eine Holzrinne quer über die Hofeinfahrt in den gegenüber liegenden Fasskeller geleitet, wo die Weine der Klosterbrüder reiften. Später wurde dann darüber ein „Kost- und Trinkraum“ für die Mönche geschaffen.

1529 und 1532 gab es Einfälle von den Türken. An die zweite Belagerung erinnert noch heute der weit über die Landesgrenzen hinaus berühmte „Purbacher Türke“ am Rauchfang des Hauses Schulgasse 9.
1550 wohnte in der Nikolauszeche der erste namentlich bekannte Pfarrer, Peter Schopf, der zu den Anhängern Martin Luthers zählte. Nach der Gegenreformation, als die „Evangelischen“ verfolgt wurden, haben diese ihre Andachten im „Bethaus“ abgehalten. An diese Zeit erinnert die steinerne Lutherrose über der alten Weinpresse.

Rund 1640 stiftete der große Marienverehrer Graf Nikolaus Esterházy (1622-1645) die barocke Glockenmadonna mit dem ungarischen Königsszepter in der linken Hand und dem Jesukind am rechten Arm und ließ sie über dem Hauptportal der Zeche anbringen.

Im 17. Jahrhundert erwarb der Hufschmied Hans Scheibstock die Zeche und richtete in den Stallungen eine Schmiedwerkstatt ein. Die Esse ist in der sogenannten „Rauchkuchl“ noch heute unversehrt erhalten. An seinen Sohn Paul Scheibstock, den gottesfürchtigen „Gmainschmied“, erinnert links neben dem Eingang der Nikolauszeche eine Paulusstatue und ein Sinnspruch, der in goldfarbenen Frakturlettern an der Renaissancetür zum Kost- und Trinkraum der Mönche angebracht ist:

„Hüte dich,
fluche nicht in meinem Hauss
oder geht bald zur Thür hinauss!
Mögt sonst Gott im Himmelreich
Beid straffen, mich und dich zugleich!“